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Arbeitsgebiete / Prozess- und Anlagenautomatisierung / Koordinierte Regelung Kaltwalzen
Koordinierte Regelung für Kaltwalzwerke
  
Dr.-Ing. Mohieddine Jelali • Tel: 0211 / 6707 - 218 • E-Mail:
mjelali.web@bfi.de
 

Entscheidende Qualitätsmerkmale von erzeugtem Kaltband sind das Dickenquerprofil über der Bandlänge, die Bandplanheit und die im Band verbleibenden Restspannungen. Während eine möglichst gleichmäßige Banddicke über der Breite für die Weiterverarbeitung zu Spalt- oder Schmalband von besonderer Bedeutung ist, sind gute Planheit und geringe Restspannungen Voraussetzung für alle folgenden Verarbeitungsschritte und Folgeprodukte. Diese Qualitätsmerkmale sind untereinander stark korreliert und hängen von den Eigenschaften des einlaufenden Bandes und den entsprechenden Prozesseinwirkungen und Störungen während des Walzens ab.

Zur Erzielung einer ausreichenden Bandplanheit bei gleichzeitig minimalen Bandrestspannungen an Kaltwalztandemstraßen wird die Strategie verfolgt, die nach dem Warmwalzen oder an der Beize gewonnenen bandlängenbezogenen Informationen über das Banddickenquerprofil des einlaufenden Warmbandes zur dynamischen Regelung der vorhandenen Stellgrößen auszunutzen, bestimmte während des Walzens auftretende Störgrößen (z.B. Walzkraftänderungen) zu kompensieren, und eine moderne (modellprädiktive) Planheitsregelung zu installieren.

 
 

Ein (online) Beobachter liefert Schätzungen für zwischen den Gerüsten nicht gemessene Prozessvariablen. Eine übergeordnete Koordinationsebene berücksichtigt die gegenseitigen Einflüsse und sorgt für eine optimale Verteilung der Stellgliedaktionen und Einhaltung der Größenbeschränkungen. Die Kombination dieser Regelungsmaßnahmen führt zu einer koordinierenden Planheitsregelung für gesamte Kaltwalztandemstraßen.
Erste Tests mit einem Prototyp an einer Kaltwalztandemstraße eines deutschen Anlagenbetereibers zeigten erfolgsversprechende Ergebnisse, so dass dieses System nun als Betriebslösung (unter SIMATIC) installiert wird.