NRW-Wirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart überreicht einen Fördermittelbescheid für das gemeinsame Projekt REDERS

Fördermittelbescheid für das gemeinsame Projekt REDERS (Reduzierte CO2-Emissionen durch Erhöhung der Recyclingquote bei der Stahlherstellung)

NRW-Wirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart hat einen Fördermittelbescheid für das gemeinsame Projekt REDERS (Reduzierte CO2-Emissionen durch Erhöhung der Recyclingquote bei der Stahlherstellung) an thyssenkrupp Steel, die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann, TSR Recycling und das VDEh-Betriebsforschungsinstitut überreicht. Die genannten Stahlproduzenten forschen intensiv an modernen und klimafreundlicheren Prozessen in der Stahlherstellung. Für eine kurzfristig umsetzbare Lösung haben sie sich unter der wissenschaftlichen Leitung des VDEh-Betriebsforschungsinstituts mit dem Recyclingunternehmen TSR Recycling zusammengeschlossen.

Das Projekt REDERS soll die Recyclingkreisläufe von Eisen und Stahl in Duisburg stärken und gleichzeitig den CO2-Ausstoß von thyssenkrupp Steel und den Hüttenwerken Krupp Mannesmann senken. Für diese Offensive der Kreislaufwirtschaft zur Ressourcenschonung folgte nun der Zuwendungsbescheid im Rahmen des „Programms für rationelle Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen – progres.nrw – Programmbereich „Innovation“‘ in Höhe von 6,4 Millionen Euro für das Projekt. Die Förderung durch das Land NRW erfolgt demnach in enger Anbindung an die Landesinitiative IN4climate.NRW.

Pinkwart: „Die Transformation hin zur zukunftsfesten und klimafreundlichen Industrie von Morgen ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mit unserer Landesinitiative IN4climate.NRW haben wir früh den Schulterschluss mit den vielen innovativen Industrieunternehmen in unserem Land gesucht und unterstützen mit gezielten Fördermaßnahmen. Effizienzsteigerungen haben gerade in der hiesigen energieintensiven Industrie einen direkten Einfluss auf den Klimaschutz. Ich bin überzeugt, dass das Vorhaben wegweisend für die gesamte Branche sein wird.“

Errichtung neuer Aufbereitungstechnik ist auf der Schrottinsel in Duisburg geplant

»Mit dem innovativen Herstellungsverfahren der TSR wird aus üblichen Vormaterialen – sprich Konsumentenschrotten – ein neuartiges, zertifiziertes Produkt hergestellt, das einen Einsatz im Hochofen sowie eine Steigerung des Recyclingsanteils im Konverterprozess ermöglicht«, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen TSR Recycling, thyssenkrupp Steel Europe und Hüttenwerke Krupp Mannesmann. Durch eine Erhöhung des Recyclinganteils in der Stahlproduktion will man damit die CO2-Ausstöße deutlich reduzieren.

Bernd Fleschenberg, COO TSR: „Zielsetzung des gemeinsamen Vorhabens ist es, ein qualitativ hochwertiges sowie zertifiziertes Produkt aus herkömmlichen
Vormaterialien zu erzeugen. Mit diesem neuen Produkt können wir einen erheblichen Anteil des zukünftigen Rohstoffbedarfs der europäischen Industrie nachhaltig decken.
Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Klima- und Ressourcenschonung sowie zur Erreichung der Ziele im Rahmen des europäischen Green Deals.“

Beträchtliches CO2-Einsparpotential des neuen Verfahrens

Durch den Einsatz des Recyclingprodukts soll sich im Hochofen und Konverter der Einsatz von Einblaskohle und der Koksverbrauch reduzieren lassen: Pro Tonne Recyclingmaterial im Hochofen könne etwa 1 t CO2 vermieden werden, so die beteiligten Unternehmen. Im Konverter wären es 1,7 t CO2 Einsparung pro Tonne eingesetzten Recyclingmaterials. Damit ergänzt das Projekt die Transformationspfade von thyssenkrupp Steel und HKM zu einer klimaneutralen Stahlproduktion. Dr. Arnd Köfler, CTO thyssenkrupp Steel: „Wir müssen schnell Fortschritte bei der Reduzierung der CO2-Emissionen erzielen. Daher nutzen wir bei tkSE alle Möglichkeiten, auch im traditionellen Produktionsverfahren COzu vermeiden. Der Einsatz von hochwertigem schrottbasierten Recyclingmaterial im Hochofen ist ein innovativer Schritt. Wir freuen uns, dass dieser Ansatz nun durch das Wirtschaftsministerium gefördert wird.“

Der regelmäßige Einsatz des mit dem neuen Verfahren produzierten Recycling­materials soll voraussichtlich im Herbst 2022 beginnen.

Quelle: TSR Recycling GmbH & Co. KG, thyssenkrupp Steel Europe AG, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH; Foto: Simon Lülsdorf, Wirtschaftsministerium NRW