Gutachtertätigkeit, Gremienarbeit und Lehre

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BFI sind an vielen Stellen als wissenschaftliche Gutachter in den für das Institut relevanten Fachdisziplinen aktiv. In diesem Kontext leisten sie u.a. wichtige Beiträge hinsichtlich der Vorbereitung und Umsetzung von verschiedensten forschungs-politischen Entscheidungen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Ebenso ist das BFI durch seine Mitarbeiter in verschiedenen Gremien vertreten und treibt die dort verfolgten Ziele gemeinsam mit anderen aktiv voran. Im Folgenden einige Beispiele aus diesem Umfeld:

RFCS

RFCS

RFCS

Die aktuell immer noch wichtigste Quelle von Forschungsgeldern für die Europäische Stahlindustrie ist der „Research Fund for Coal and Steel (RFCS)“. Diese im Jahr 2002 als Nachfolger der „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)“ gegründete Forschungsstiftung ist an die Regeln des EU-Rahmenprogramms angelehnt. Das BFI arbeitet hier seit vielen Jahren in unterschiedlichen Gremien aktiv an der Gestaltung mit. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts sind als Gutachter für die diversen Themenfelder in den Datenbanken der EU gemeldet und werden auch regelmäßig angefragt.

Horizon 2020

Innerhalb von „Horizon 2020“, dem achten Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission, hat die Prozessindustrie insbesondere in der Public-Private-Partnership SPIRE eine Plattform für die Initiierung von Forschungsthemen gefunden, die die Interessen und Anforderungen der dort vertretenen Industriezweige besonders berücksichtigen. SPIRE steht hierbei für „Sustainable Process Industry through Resource and Energy Efficiency“. Das BFI war einerseits ein Gründungsmitglied von A.SPIRE und ist andererseits in Person von Prof. Sievering als stellvertretender Leiter der Working Group PROCESS und Mitglied des Partnership Boards aktiv an der Beratung der Europäischen Kommission beteiligt.

RIES

RIES

RIES

Das BFI hat 2011 zusammen mit drei weiteren Europäischen Forschungsinstituten (CRM in Belgien, CSM in Italien und SWEREA MEFOS in Schweden) die „Research Initiative for European Steel (RIES)“ gegründet. Hierbei handelt es sich um ein virtuelles Netzwerk von hoch kompetenten Stahlforschungseinrichtungen, das die komplementären Forschungsgebiete dieser Organisationen bündelt.

ESTEP

ESTEP

ESTEP

Die Europäische Technologieplattform für die Stahlindustrie „European Steel Technology Plattform (ESTEP)“ vereint alle wichtigen Akteure der europäischen Stahlforschung. Mitglieder sind neben den großen Stahlherstellern viele Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die in der Stahlforschung tätig sind. Das BFI ist hier in den folgenden Arbeitsgruppen vertreten und gestaltet dort die Arbeiten von ESTEP aktiv mit: Support Group, Working Group Profit, Working Group Plant, Working Group „Integrated Intelligent Manufacturing (I2M)“. Letztere behandelt  Themen aus dem Umfeld von Industrie 4.0 und Prof. Peters ist seit ca. zwei Jahren Vorsitzender dieser Arbeitsgruppe.

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF)

Im Umfeld der AIF und hier insbesondere der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) wurden und werden BFI Mitarbeiter als Gutachter für unterschiedliche Gutachtergruppen bestellt.

Die Zuse-Gemeinschaft – Forschungspartner für den deutschen Mittelstand

Das BFI ist Gründungsmitglied der Zuse-Gemeinschaft, die die Interessen der unabhängigen privatwirtschaftlich organisierter Forschungseinrichtungen vertritt. Dem technologie- und branchenoffenen Verband gehören bundesweit über 70 Institute an. Als praxisnahe und kreative Ideengeber des deutschen Mittelstandes übersetzen sie die Erkenntnisse der Wissenschaft in anwendbare Technologien und bereiten so den Boden für Innovationen, die den deutschen Mittelstand weltweit erfolgreich machen.

Im Gegensatz zu den Hochschulen und den vom Bund und den Bundesländern gemeinsam geförderten Forschungseinrichtungen fehlt den seitens des Bundes nicht grundfinanzierten Instituten der Zuse-Gemeinschaft bislang allerdings die politische Unterstützung des Bundes – in Zeiten, in denen der deutsche Mittelstand zunehmend an Innovationskraft verliert.
Daher benötigt die Zuse-Gemeinschaft die bundesweite Etablierung einer gezielten und dauerhaften Förderung in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr über einen eigenen Haushaltstitel des Bundes für diese Einrichtungen der industrienahen Forschung. Dieser Titel umfasst:
Programmmittel für durch die Einrichtungen zu beantragenden Projekte der marktvorbereitenden Forschung und Technologietransfer
eine Finanzierung zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Exzellenz und für die Erschließung zukunftsträchtiger, industrienaher Technologiefelder
Mittel für Investitionen
Diese Mittel müssen entsprechend dem Pakt für Forschung und Innovation dynamisiert werden und gemäß den Mitteln für die Grundfinanzierung der Großforschungsverbünde jährliche Zuwächse umfassen. Außerdem muss den Instituten der mittelständisch geprägten Forschung gleichberechtigter Zugang zu allen Förderprogrammen des Bundes bei vergleichbaren Förderbedingungen gewährt werden. Mehr über die politischen Positionen der Gemeinschaft erfahren Sie im Positionspapier der Zuse-Gemeinschaft.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

In der Plattform Forschung und Innovation des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) koordiniert Prof. Sievering im Forschungsnetzwerk „Energie-Industrie und Gewerbe“ das Forschungsfeld „Eisen und Stahl“.

Stahlinstitut VDEh

Unser Gesellschafter, das Stahlinstitut VDEh, organisiert und betreut durch intensive Ausschusstätigkeit die technisch-wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit der Stahlindustrie. Neben den Stahlherstellern sind in diesen Ausschüssen sowohl die Anlagenbauer als auch viele Zulieferer der Stahlindustrie und verschiedene Forschungseinrichtungen vertreten. Das BFI ist hier in zahlreichen Gremien (>20) aktiv, arbeitet an Leitfäden mit, stellt die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeiten vor und nimmt dort die Forschungsanforderungen der Industrie auf.

International Federation for Automatic Control (IFAC)

Hier ist das BFI in Person von Herrn Prof. Peters seit 15 Jahren im Technischen Komitee 6.2 „Automation in Mining, Mineral and Metal Processing“ vertreten und sowohl als Gutachter für eingereichte Veröffentlichungen für die jährlichen Konferenzen als auch als Mitorganisator dieser Konferenzen aktiv. Gerade im Jahr 2016 fand das letzte IFAC MMM Symposium in Wien statt, wo Prof. Peters Herrn Prof. Kugi bei der Organisation unterstützt hat. Zusätzlich hat er einen von 3 Plenarvorträgen dieser Tagung zum Thema „Application of Industry 4.0 concepts at steel production from an applied research perspective“ gehalten.

Lehre

Seit vielen Jahren sind immer wieder Kollegen an Universitäten und Fachhochschulen mit der Durchführung von Vorlesungen beauftragt worden. Aktuell lehrt Herr Prof. Sievering an der Universität Dortmund das Fach „Konstruktionslehre“ und Herr Prof. Peters an der RWTH Aachen im Rahmen der Studienrichtung Automatisierungstechnik das Fach „Data Mining im industriellen Umfeld“. Diese Lehrtätigkeiten eröffnen wiederum Studenten im Rahmen von nationalen oder internationalen Forschungsprojekten die Möglichkeit ihre Bachelor- oder Masterarbeit im BFI durchzuführen. Auch besteht hierdurch das Angebot zur Betreuung von Promotionen.