H2loop - Nachhaltige Dekarbonisierung integrierter Stahlwerke durch Wasserstofferzeugung mittels Chemical Looping

Ausgangssituation:
- Die europäische Stahlindustrie steht vor der Herausforderung, ihre CO₂-Emissionen bis 2030 um 55 % zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu werden, ohne dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
- Alle großen europäischen Stahlproduzenten haben Transformationsfahrpläne veröffentlicht, um die Vorgaben des EU-Klimaplans zu erfüllen.
- Die Umstellung von der klassischen Hochofen-Konverter-Route auf klimafreundlichere Produktionsverfahren erfordert schrittweises Handeln und langfristige Planung.
- Die steigende Bedeutung von Wasserstoff als zukünftiges Reduktionsmittel stellt neue Anforderungen an Verfügbarkeit, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit.
- Ein wesentlicher Hemmfaktor für die Dekarbonisierung könnte die unzureichende Bereitstellung von kostengünstigem, grünem Wasserstoff sein.
- Parallel zur Transformation müssen die Stahlwerke ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sichern und gleichzeitig die CO₂-Ziele erreichen.
Projektziele:
- Entwicklung und Demonstration eines innovativen chemischen Looping-Prozesses (CLH) zur effizienten, emissionsfreien und kostengünstigen Wasserstoffproduktion aus metallurgischen Gasen der Stahlindustrie.
- Nutzung und Aufwertung vorhandener Prozessgase (z. B. Hochofengas, Konvertergas) zur Erzeugung von hochreinem Wasserstoff (> 99 %), sowie wertvollen Nebenprodukten wie CO₂/N₂-reichen Gasen und nutzbarer Prozesswärme.
- Demonstration des CLH-Verfahrens im industriellen Maßstab mit 24/7-Betrieb, Echtzeitregelung und KI-gestützten Soft-Sensoren zur Optimierung von Effizienz und Prozessüberwachung.
- Modulare Sauerstoffträgermaterialien mit hoher Reaktivität und Langzeitstabilität (> 10 Jahre) für den großtechnischen Einsatz.
- Konzepte für aktuelle und zukünftige Stahlwerksstrukturen (BF-BOF, DR-EAF) mit integriertem CLH Prozess.
- Energie- und Wirtschaftlichkeitsanalysen einschließlich Lebenszyklusbewertung (LCA) zur Bewertung von Ressourceneffizienz und Umweltvorteilen.
- Scale-up-Konzepts und eines Businessplans für die industrielle Implementierung des CLH-Verfahrens in der europäischen Stahlindustrie.
Innovative Ansätze:
- Einsatz des chemischen Looping-Verfahrens (CLH) zur hocheffizienten, emissionsfreien Wasserstoffproduktion aus metallurgischen Prozessgasen (z. B. vom Hochofen).
- Dreistufiger Reaktionsprozess für Reduktion, Wasserstofferzeugung und Wärmerückgewinnung, basierend auf Eisenoxid als Sauerstoffträger mit hoher Reaktivität und Stabilität.
- Integration des CLH Prozess in bestehende und zukünftige Stahlwerksrouten (BF-BOF, DR-EAF) zur Bereitstellung von Wasserstoff, Wärme und CO₂-/N₂-Strömen für CCU/S-Anwendungen.
- Steigerung der Energieeffizienz durch Rückführung der Prozesswärme zur Eigenversorgung der Reaktoren und Minimierung des externen Energiebedarfs.
- Vermeidung von Kohlenstoffablagerungen durch optimierte Temperaturführung und optionale Dampfeindüsung.
Nutzen für die Industrie:
- Signifikante Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks durch Nutzung und Aufwertung metallurgischer Prozessgase zu hochreinem Wasserstoff, Wärme sowie CO₂-/N₂-Strömen für CCU/S-Anwendungen.
- Steigerung der Energieeffizienz und Senkung des externen Energiebedarfes durch chemisches Looping mit internem Wärmerückgewinnungssystem.
- Erhöhung der Ressourceneffizienz durch vollständige Nutzung der enthaltenen Energie- und Stoffströme und Vermeidung von Emissionen aus Gasverbrennung.
- Flexible Integration in bestehende und zukünftige Produktionsrouten (BF-BOF, DR-EA) zur schrittweisen Dekarbonisierung der Stahlproduktion.
- Schaffung neuer Wertschöpfungspotenziale durch Nutzung der Nebenprodukte (z. B. CO₂ für chemische Synthesen, Abwärme für Stromerzeugung) für maximale Energie- und Ressourceneffizienz
- Sicherstellung einer standortunabhängigen, resilienten und wirtschaftlichen Wasserstoffversorgung.
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch emissionsfreie, kosteneffiziente und digital überwachte Wasserstoffproduktion vor Ort.
Weitere Informationen:
Webseite: https://h2loop.eu/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/h2loop-project/


Partner
Förderungsnummer
RFCS, Projektnummer: 101193354
Ihre Kontaktperson

25 Dr. Hauke Bartusch
+49 211 98492-282
hauke.bartusch_at_bfi.de


